Die Insolvenz des Druckmaschinenbauers MANROLAND kostet tausenden Mitarbeiten kurz vor Weihnachten den Job
Es ist die größte Insolvenz seit zwei Jahren – und das ausgerechnet vor Weihnachten. Seit dem der Druckmaschinenbauer MANROLAND vor ein paar Tagen wegen „drohender Zahlungsunfähigkeit“ seine Pleite verkündete, hat das Ringen um tausende Arbeitsplätze begonnen. 6.600 Menschen stehen kurz vor der besinnlichsten Zeit des Jahres ohne Arbeit und voller Unsicherheit um ihre Zukunft da.
Kritik um die Insolvenz wurde in den letzten Tagen vor allem seitens der Arbeitnehmer und Gewerkschaften laut. Erstere demonstrierten und besetzten Straßen nicht nur, weil ihnen nicht mal mehr die Novemberlöhne ausgezahlt bekommen, sondern vor allem wegen der drohenden Ungewissheit und der schon in der Vergangenheit miserabel praktizierten Unternehmenspolitik. So seien die die Arbeitnehmer immer zu konstruktiven Lösungsvorschlägen bereit gewesen, alle Rettungsversuche letztendlich aber aus Ermangelung an „finanzieller Unterstützung“ gescheitert und sich in Folge dessen mögliche Investoren zurückzogen.
Nach der Bekanntgabe der Insolvenz haben in der Politik indes erste Anstrengungen und Überlegungen zu möglichen Rettungsmöglichkeiten begonnen. So sagte der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) etwa: “Wir wollen alles tun als sächsische Staatsregierung, mit unseren Möglichkeiten, um uns für den Standort Plauen einzusetzen”. Ähnlich sind die Sorgen auch in Augsburg und Offenbach. Die Krisengespräche haben auch hier begonnen.
Faustus Eberle